Dr. Caroline Hamm, Assistenzprofessorin an der Schulich School of Medicine, University of Windsor, beantwortet wichtige Fragen zum Thema Sexualität und chronische myeloische Leukämie (CML).
Sollte ich mit dem Sex warten, bis sich mein Gesundheitszustand verbessert hat?
In den ersten Wochen der Behandlung kann es sein, dass Ihre körpereigene Abwehr geschwächt ist. Dann können kleine Verletzungen – auch beim Sex – leichter zu Infektionen führen. Deshalb ist es in dieser Zeit besser, auf Sex zu verzichten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wann Ihre Blutwerte wieder in einem sicheren Bereich sind.
Kann sich meine Partnerin oder mein Partner bei mir anstecken, wenn wir ungeschützten Sex haben?
Nein. CML ist nicht ansteckend. Für Ihre Partnerin oder Ihren Partner ist Sex mit Ihnen unbedenklich.
Verhindern CML-Medikamente eine Schwangerschaft?
Nein, die Medikamente verhindern keine Schwangerschaft. Wenn Sie nicht schwanger werden möchten oder Ihre Partnerin nicht schwanger werden soll, sollten Sie auf jeden Fall verhüten.
Führen die Medikamente zu Erektionsstörungen?
Die Medikamente selbst verursachen das nicht. Aber die Sorgen und Ängste nach der Diagnose können sich auf die Sexualität auswirken.
Habe ich mit CML ein höheres Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten?
Nein. Ihr Risiko ist nicht höher, aber auch nicht geringer. Deshalb ist es immer ratsam, Safer Sex zu praktizieren, zum Beispiel mit Kondomen.
Kann die Behandlung das sexuelle Verlangen verringern?
Ja, das kann vorkommen. Manche Nebenwirkungen der Medikamente oder auch das Gefühl, krank zu sein, können dazu führen, dass man weniger Lust auf Sex hat. Auch die Belastung durch die Krankheit selbst spielt eine Rolle.
Ist Selbstbefriedigung erlaubt?
Ja, das ist unbedenklich. Bedenken Sie nur: In den ersten Wochen der Behandlung ist Ihr Körper anfälliger für Infektionen. Wenn es zu kleinen Hautverletzungen kommt, kann das ein Risiko sein. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, wann Ihr Körper wieder besser geschützt ist.
Dieses Interview erschien ursprünglich in “Living Well with CML”, einem vom kanadischen CML-Netzwerk herausgegebenen Patientenhandbuch.
